Ich gebe direkt das korrigierte HTML aus, da keine Datei zum Bearbeiten vorliegt.
- Ein Snapshot ist nur eine Liste geänderter Blöcke auf demselben Speicher wie deine Originaldaten — keine eigene Kopie.
- Geht die Festplatte, das NAS (Network Attached Storage, also ein Speicher, der am Netzwerk hängt) oder der ganze Pool kaputt, sind Original und Snapshot gleichzeitig weg.
- Ransomware löscht gezielt Snapshots und Schattenkopien, bevor sie deine Dateien verschlüsselt — Standardtechnik seit Jahren.
- Ein echtes Backup braucht eine unabhängige Kopie auf einem anderen Medium, System oder Standort — die 3-2-1-Regel ist dafür der Maßstab.
„Ich mache doch stündlich Snapshots, da kann eigentlich nichts passieren.“ Diesen Satz hört man in Homelab-Foren ständig — und er ist einer der teuersten Irrtümer, die man sich im Umgang mit den eigenen Daten leisten kann. Snapshots und Backups fühlen sich ähnlich an, weil beide dir erlauben, zu einem früheren Zeitpunkt zurückzukehren. Technisch sind es aber zwei völlig verschiedene Dinge. Der Unterschied entscheidet im Ernstfall darüber, ob du deine Daten wiederbekommst oder nicht.
Was ein Snapshot technisch wirklich ist
Ein Snapshot ist ein Abbild deines Dateisystems zu einem bestimmten Zeitpunkt — aber kein eigenständiges Abbild im Sinne einer Kopie. Moderne Dateisysteme wie ZFS und Btrfs arbeiten mit einem Verfahren namens Copy-on-Write: Wird eine Datei geändert, schreibt das System die neue Version in einen neuen Block und merkt sich einfach, dass der alte Block noch zum Snapshot gehört. Es entsteht also keine komplette zweite Kopie deiner Daten, sondern nur eine Art Wegweiser, der auf die alten, unveränderten Blöcke zeigt.
Das macht Snapshots extrem schnell und platzsparend — ein Snapshot lässt sich in Sekunden erstellen, weil ja nichts kopiert wird. Genau das ist aber auch der Haken: Der Snapshot liegt auf demselben Pool, derselben Festplatte, demselben Gerät wie deine Originaldaten. Es gibt keine physische Trennung zwischen Original und „Sicherung“.
Was ein Backup von einem Snapshot unterscheidet
Ein Backup ist per Definition eine vollständige, unabhängige Kopie deiner Daten auf einem separaten Medium, System oder sogar an einem anderen Standort. „Unabhängig“ ist hier das entscheidende Wort: Wenn mit deinem Original etwas passiert, darf das Backup davon nicht betroffen sein.
Genau diese Unabhängigkeit fehlt dem Snapshot. Ein Snapshot schützt dich zuverlässig vor einem versehentlich gelöschten Ordner oder einer Datei, die du überschrieben hast — du klickst dich einfach zum alten Stand zurück. Aber sobald das zugrundeliegende Speichersystem selbst betroffen ist, nützt dir der Snapshot nichts mehr.
Das Beispiel: Wenn der Pool weg ist
Stell dir ein NAS mit Btrfs- oder ZFS-Dateisystem vor, auf dem stündlich Snapshots laufen. Eines Tages passiert einer dieser Fälle:
- Ein Stromschaden oder Wasserschaden zerstört das Gerät physisch.
- Das NAS wird gestohlen.
- Der Datenpool wird durch einen Fehler oder Hardwaredefekt korrupt.
- Ransomware verschlüsselt oder löscht gezielt Snapshots, bevor sie die eigentlichen Dateien angreift.
In allen vier Fällen ist es egal, wie viele Snapshots du hattest — sie lagen auf demselben Gerät, demselben Pool, derselben Platte wie die Originaldaten. Beides ist gleichzeitig weg. Der Snapshot hat dich vor dem alltäglichen Missgeschick geschützt, aber nicht vor dem großen Ausfall.
Der Ransomware-Fall im Detail
Besonders lehrreich ist der Ransomware-Fall, weil er zeigt, wie gezielt Angreifer mit dem Unterschied zwischen Snapshot und Backup umgehen. Unter Windows löscht der klassische Befehl vssadmin.exe Delete Shadows /All /Quiet alle Schattenkopien (VSS, ein Snapshot-Mechanismus, der „Vorgängerversionen“ von Dateien bereithält) — und zwar bevor die eigentliche Verschlüsselung beginnt. Das ist seit Jahren Standardtechnik und wird weiterhin aktiv genutzt. Windows-Vorgängerversionen liegen nämlich auf derselben Systemplatte wie die Originaldateien — technisch ein Snapshot, kein Backup, mit genau derselben Angriffsfläche.
Auch NAS-Geräte sind ein beliebtes Ziel. Die Ransomware DeadBolt griff seit Januar 2022 in mehreren Wellen (bis mindestens 2024) internetzugängliche QNAP-NAS über eine Sicherheitslücke an und verschlüsselte die Daten, mit einer Lösegeldforderung von etwa 0,03 Bitcoin (umgerechnet rund 1.100 US-Dollar) pro Gerät. 2024 kam mit Checkmate eine weitere QNAP-Ransomware dazu, die sich über schwache SMB-Passwörter (SMB ist ein Netzwerkprotokoll für Dateifreigaben) einschlich und bis zu 15.000 US-Dollar forderte. Die Angreifer suchen dabei inzwischen gezielt zuerst nach Backup-Jobs und Snapshot-Verwaltung, um diese zu deaktivieren, bevor sie die eigentlichen Daten verschlüsseln — nicht mehr nur die Produktivdaten sind das erste Ziel.
Ein wichtiger Fehler passiert auch danach: Nach einem Ransomware-Vorfall einfach auf den letzten sauberen Snapshot zurückzurollen, gilt vielen als „die Lösung“. Dabei geht der komplette forensische Kontext verloren — wie ist der Angreifer überhaupt reingekommen? Ohne das zu klären, kann er beim nächsten Mal denselben Weg wieder nehmen.
Unveränderliche Snapshots: eine Teillösung
Seit Version 7.2 (2023) bietet Synology mit DSM (DiskStation Manager, dem Betriebssystem der Synology-NAS-Geräte) sogenannte „Immutable Snapshots“ (WORM, also Write Once Read Many — einmal geschrieben, nur noch lesbar) auf Btrfs-Volumes an, lizenzfrei. Vorher konnten selbst Admin-Konten Snapshots jederzeit löschen — genau das war der zentrale Schwachpunkt gegenüber Ransomware, die sich ja typischerweise Admin-Rechte verschafft.
Wichtig ist dabei eine Unterscheidung, die in vielen älteren Artikeln und Forenbeiträgen nicht sauber gemacht wird: „Snapshot Locking“ verhindert nur das automatische Löschen durch die Aufbewahrungsregeln — ein Admin kann den Snapshot trotzdem manuell entfernen. Echte „Immutability“ bzw. WORM dagegen sperrt den Snapshot wirklich, niemand kann ihn löschen, bis die Schutzfrist abgelaufen ist. Nur diese zweite Stufe schützt tatsächlich gegen einen Angreifer mit Admin-Zugriff.
Das ändert aber nichts am Grundproblem: Ein unveränderlicher Snapshot liegt immer noch auf demselben Gerät. Bei Diebstahl, Feuer oder einem kompletten Hardwaredefekt hilft auch die beste Immutability nichts.
Snapshot vs. Backup im Vergleich
| Eigenschaft | Snapshot | Backup |
|---|---|---|
| Speicherort | Gleicher Pool/gleiches Gerät | Separates Medium/System/Standort |
| Schutz vor versehentlichem Löschen | Ja | Ja |
| Schutz vor Hardwaredefekt | Nein | Ja |
| Schutz vor Diebstahl/Feuer/Wasser | Nein | Ja (wenn offsite) |
| Schutz vor Ransomware | Nur mit echter Immutability | Ja (v. a. mit Offline-/Air-Gap-Kopie) |
| Erstellungsgeschwindigkeit | Sekunden | Deutlich länger, abhängig von Datenmenge und Ziel |
Wie man Snapshots richtig zu einem Backup macht
Snapshots sind trotzdem nicht wertlos — im Gegenteil, sie sind ein guter erster Baustein. Der Trick ist, sie durch Replikation auf ein zweites, physisch getrenntes System zu einem echten Backup zu machen. Bei ZFS übernimmt das der Befehl zfs send/receive, der einen Snapshot auf ein anderes System überträgt. Bei Proxmox, einer Open-Source-Virtualisierungsplattform (proxmox.com), übernehmen reguläre Snapshots von virtuellen Maschinen zwar auch nur denselben Storage — der zugehörige Proxmox Backup Server (PBS) legt dagegen unabhängige, platzsparende Archive auf einem separaten Ziel an. PBS ist dabei ausdrücklich als Ergänzung zu Snapshots gedacht, nicht als Ersatz.
Der Branchenstandard für eine solide Backup-Strategie ist die 3-2-1-Regel: drei Kopien deiner Daten, auf zwei verschiedenen Medienarten, davon eine Kopie extern bzw. offsite — also physisch an einem anderen Ort. Eine erweiterte Variante, die 3-2-1-1-0-Regel, ergänzt das um eine unveränderliche, luftgetrennte („air-gapped“) oder offline gehaltene Kopie sowie die Anforderung, dass Wiederherstellungstests fehlerfrei laufen müssen — sonst weißt du im Ernstfall nicht, ob dein Backup überhaupt funktioniert.
Für die Offsite-Kopie im Homelab bieten sich günstige Cloud-Speicher an, etwa die Hetzner Storage Box für rund 5 Euro im Monat für 1 Terabyte, oder Backblaze B2 für etwa 6 US-Dollar im Monat für dieselbe Menge, inklusive kostenlosem Datenabruf bis zum Dreifachen der gespeicherten Datenmenge.
Seagate IronWolf Pro 8TB, NAS Interne Festplatte HDD
Wer eine zweite, physisch getrennte Platte für echte Backups statt nur für Snapshots einrichten will, braucht dafür für NAS-Dauerbetrieb ausgelegte Festplatten wie diese.
Fazit
Ein Snapshot beantwortet die Frage „Wie sah diese Datei vor einer Stunde aus?“ — ein Backup beantwortet die Frage „Was mache ich, wenn das ganze Gerät weg ist?“ Beide Fragen sind wichtig, aber es sind unterschiedliche Fragen mit unterschiedlichen Antworten. Nutze Snapshots für den schnellen Rückgriff auf ältere Versionen, aber verlasse dich für den Ernstfall auf eine echte, unabhängige Kopie an einem anderen Ort.