Docker im Homelab: Die 10 nützlichsten Container

Das Wichtigste in Kürze

  • Portainer CE bleibt für einen einzelnen Docker-Host kostenlos und ist der einfachste Weg, Container ohne Kommandozeile zu verwalten.
  • Pi-hole läuft seit Version 6 (2025) komplett anders als in älteren Anleitungen beschrieben – kein separates lighttpd/PHP mehr, alles steckt in einer Binary mit eigenem HTTPS-Interface.
  • Wer wegen der Plex-Preisänderung vom April 2025 umsteigen will: Jellyfin ist die quelloffene Alternative ohne Abo für Fernzugriff.
  • Watchtower, jahrelang der Standard-Tipp für Auto-Updates, wurde im Dezember 2025 archiviert – dafür jetzt lieber eine aktiv gepflegte Alternative einsetzen.

Ein Docker-Host im Homelab – ein Server, auf dem die Software Docker läuft und einzelne Programme in voneinander abgeschotteten „Containern“ bereitstellt – lohnt sich meist erst richtig, wenn ein paar sinnvolle Container darauf laufen. Die folgende Liste zeigt zehn Container, die sich in Homelabs etabliert haben – vom Werbeblocker bis zum eigenen VPN (einem virtuellen privaten Netzwerk für sicheren Zugriff von unterwegs). Egal ob auf einem Mini-PC, einem NAS (einem Netzwerkspeicher mit eigenem Betriebssystem; bei Synology heißt das zuständige Paket inzwischen nicht mehr „Docker“, sondern Container Manager) oder einem Raspberry Pi: Die meisten dieser Container laufen mit wenig Ressourcen.

Die 10 nützlichsten Docker-Container fürs Homelab

1. Portainer CE – Container verwalten ohne CLI

Portainer stellt eine Weboberfläche für Docker bereit: Container starten, stoppen, Logs ansehen, Compose-Stacks (Gruppen von Containern, die sich über eine gemeinsame Konfigurationsdatei starten lassen) verwalten. Die Community Edition (CE) ist für einen einzelnen Docker-Host weiterhin kostenlos. Nur bei der kostenpflichtigen Business-Stufe hat sich etwas geändert – die kostenlose Node-Grenze (die Zahl der verwalteten Docker-Hosts) dort wurde von 5 auf 3 reduziert. Für die CE, mit der die meisten Homelab-Nutzer arbeiten, ändert sich dadurch nichts.

2. Pi-hole – Werbung netzwerkweit blockieren

Pi-hole filtert Werbung und Tracker per DNS (dem Adressbuch des Internets, das Namen wie „google.com“ in IP-Adressen übersetzt) für das gesamte Netzwerk. Seit Version 6 (Februar 2025) ist die Architektur komplett neu: Der frühere Webserver aus lighttpd und PHP wurde durch eine in die pihole-FTL-Binary eingebettete REST-API (eine Schnittstelle, über die andere Programme mit Pi-hole kommunizieren) mit eigenem Webserver ersetzt. Das Webinterface spricht seit v6.3 (Oktober 2025) nativ HTTPS (eine verschlüsselte Verbindung) mit automatisch rotierenden Zertifikaten. Alte Docker-Anleitungen, die noch eine separate lighttpd-Konfiguration einbinden, sind damit überholt.

3. Jellyfin – Medienserver ohne Abo

Jellyfin ist die quelloffene Alternative zu Plex und wird komplett kostenlos betrieben. Relevant wird das gerade jetzt: Seit dem 29. April 2025 ist Remote-Streaming (der Zugriff von unterwegs, außerhalb des eigenen Heimnetzwerks) bei Plex nicht mehr im Basisumfang enthalten, sondern erfordert einen Plex Pass oder den günstigeren Remote Watch Pass. Bestehende Lifetime-Plex-Pass-Käufer sind davon ausgenommen, für alle anderen ist das die erste große Modelländerung seit über zehn Jahren. Wer nur lokal streamt, merkt davon nichts – wer von unterwegs zugreifen will, sollte die neuen Kosten kennen, bevor er sich für eine Lösung entscheidet.

4. Immich – eigene Foto- und Video-Cloud

Immich sichert Fotos und Videos vom Smartphone automatisch auf dem eigenen Server – als Alternative zu Google Photos. Am 2. Oktober 2025 erschien mit Version 2.0 die erste offiziell „stable“ (also für den dauerhaften, produktiven Einsatz freigegebene) Version, nach rund vier Jahren Entwicklung und 271 Releases in Folge. Ab jetzt wird Rückwärtskompatibilität zugesichert, Updates laufen weiterhin per einfachem docker compose up ohne manuelle Datenbank-Migration (also ohne dass man die Datenstruktur von Hand anpassen muss). Wer Immich bisher als reines Beta-Experiment abgestempelt hat, sollte das noch einmal überdenken.

5. Nextcloud – Dateien und Kalender selbst hosten

Nextcloud deckt Datei-Sync, Kalender, Kontakte und mit den passenden Apps deutlich mehr ab. An der grundsätzlichen Docker-Einrichtung hat sich in den letzten zwei Jahren strukturell nichts geändert, es gibt aber regelmäßig Major-Releases (größere Versionssprünge mit spürbaren Änderungen), die vor einem Update einen Blick ins Änderungsprotokoll wert sind.

6. Uptime Kuma – im Blick behalten, was läuft

Uptime Kuma überwacht die eigenen Dienste und meldet sich, wenn etwas ausfällt. Im Oktober 2025 erschien Version 2.0 mit Unterstützung für die Datenbank MariaDB zusätzlich zu SQLite, Rootless-Docker-Support (Docker läuft dabei ohne Administratorrechte) und neuen Benachrichtigungsanbietern. Der Sprung von 1.x auf 2.0 gilt als Breaking Change (eine Änderung, die mit älteren Versionen nicht mehr kompatibel ist) – vor dem Update ausdrücklich ein Backup anlegen.

7. Vaultwarden – Passwortmanager mit wenig Ressourcenhunger

Vaultwarden ist eine in Rust (einer Programmiersprache) geschriebene, mit dem Bitwarden-Server-API (dessen Programmierschnittstelle) kompatible Alternative und läuft rechtlich unabhängig als eigenes Community-Projekt unter der Open-Source-Lizenz AGPL-3.0 – ohne Verbindung zu Bitwarden Inc. Der Container ist extrem genügsam und eignet sich damit auch für einen Raspberry Pi oder als kleiner Zusatzdienst neben anderen Containern.

8. Reverse Proxy: Nginx Proxy Manager, Caddy oder Traefik

Sobald mehrere Container über eine Domain mit HTTPS erreichbar sein sollen, kommt ein Reverse Proxy (ein vorgeschalteter Dienst, der Anfragen an die richtigen Container weiterleitet) ins Spiel. Nginx Proxy Manager bietet dafür eine grafische Oberfläche und wird von einem einzelnen Entwickler (jc21) gepflegt. Caddy übernimmt automatisches HTTPS bei deutlich weniger Konfigurationsaufwand. Traefik spielt seine Stärken vor allem bei dynamischen Setups mit Compose-Labels (Zusatzangaben in der Compose-Datei, die Traefik automatisch ausliest) aus.

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Zwei 10-Gbps-SFP+- und zwei 2,5G-RJ45-Ports, Platz für bis zu drei M.2- bzw. eine U.2-SSD und ein PCIe4.0x16-Slot – genug Anschlüsse und Speicherplatz, um zehn Container wie die oben genannten parallel und mit stabilem Netzwerk laufen zu lassen.

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9. Authentik oder Authelia – ein Login für alle Dienste

Statt sich bei jedem Container einzeln anzumelden, legt ein SSO-Dienst (Single Sign-on, also ein einmaliges Login für mehrere Dienste) einen gemeinsamen Login mit 2FA (Zwei-Faktor-Authentifizierung, einem zusätzlichen Sicherheitscode neben dem Passwort) vor alle Dienste. Authelia ist die leichtere Variante mit nur drei Containern, Authentik bringt eine vollständige Web-Admin-Oberfläche sowie SAML/SCIM-Unterstützung (Standards für Login und Nutzerverwaltung, wie sie in Unternehmen verbreitet sind) mit, braucht dafür aber vier oder mehr Container und rund 1 GB RAM (Arbeitsspeicher) im Leerlauf.

Authelia Authentik
Anzahl Container 3 4 und mehr
RAM im Leerlauf gering ca. 1 GB
Web-Admin-Oberfläche einfach vollständig
SAML/SCIM nein ja

10. Tailscale – sicherer Zugriff von unterwegs

Tailscale baut ein Mesh-VPN (ein VPN, bei dem alle Geräte möglichst direkt statt über einen zentralen Server verbunden werden) auf und macht das Homelab erreichbar, ohne Ports am Router zu öffnen. Der kostenlose „Personal“-Plan wurde deutlich großzügiger: Die frühere Obergrenze von 100 Geräten wurde komplett entfernt, das Nutzerlimit stieg von 3 auf 6 Nutzer. Für ein typisches Homelab mit mehreren Familienmitgliedern reicht der kostenlose Plan damit meist locker aus.

Vorsicht: Watchtower ist kein guter Tipp mehr

Watchtower war jahrelang der Standard-Container, um andere Container automatisch zu aktualisieren. Am 17. Dezember 2025 wurde das Repository (der Code-Speicherort auf GitHub) offiziell archiviert – der Maintainer (die Person, die das Projekt pflegt) nutzt Docker nach eigener Aussage nicht mehr aktiv. Das eingefrorene Image (die fertig gepackte Programmversion, v1.7.1) startet zwar weiterhin, bekommt aber keine Sicherheitspatches mehr und keine Garantie, dass es mit künftigen Docker-Engine- oder Registry-APIs (den Schnittstellen der Server, die Container-Images bereitstellen) funktioniert. Als Ersatz werden aktuell parallel What’s Up Docker (WUD), der aktiv gepflegte Fork nickfedor/watchtower sowie Diun (nur Benachrichtigung statt Auto-Update) und Tugtainer gehandelt – welche Lösung sich als Standard durchsetzt, ist noch offen.

Fazit

Eine sinnvolle Reihenfolge zum Einstieg: erst Portainer für die Verwaltung, dann Pi-hole und ein Reverse Proxy als Basis, danach je nach Bedarf Medienserver, Backup-Lösung und Passwortmanager ergänzen. Wer noch Watchtower im Einsatz hat, sollte in den nächsten Wochen auf eine der aktiv gepflegten Alternativen umsteigen. Darüber hinaus lohnen sich für Smart-Home-Fans Home Assistant Container und für Medien-Sammler der *arr-Stack (eine Gruppe zusammenspielender Tools zur automatischen Medienverwaltung: Sonarr, Radarr, Prowlarr) als Ergänzung – beide passen aber eher in einen eigenen, tieferen Artikel als in diese Grundausstattung.

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