- Dropbox Plus kostet seit der Preiserhöhung 2026 bei Jahreszahlung 11,99 Euro im Monat für 2 TB – rund 20 Prozent mehr als zuvor.
- Nextcloud selbst hosten ist nicht kostenlos: Hardware, Strom und der eigene Zeitaufwand für Updates zählen mit, dafür entfällt die Monatsrechnung.
- Mit Nextcloud AIO als offiziellem Docker-Installationsweg ist der Einstieg 2025/26 deutlich einfacher geworden als früher.
- Bei Datenschutzfragen hat Nextcloud als in Stuttgart ansässiges Unternehmen einen strukturellen Vorteil gegenüber Dropbox, das weiterhin auf US-Rechtsrahmen wie das EU-US Data Privacy Framework angewiesen ist.
Wer schon länger Dropbox nutzt, hat die Preiserhöhung 2026 vermutlich bemerkt: Aus 9,99 Euro im Monat wurden bei Jahreszahlung 11,99 Euro für den Plus-Tarif mit 2 TB Speicher – ein Plus von rund 20 Prozent. Für Nutzer mit höheren Ansprüchen kamen 2026 zudem drei neue Business-Tarife dazu, Essentials etwa kostet 22 Euro im Monat für 3 TB. Grund genug, sich anzuschauen, ob Nextcloud selbst hosten inzwischen eine ernsthafte Alternative ist – und nicht nur etwas für Bastler mit viel Zeit.
Was Dropbox aktuell kostet – und was das kostenlose Konto (nicht mehr) kann
Wer bei Dropbox nichts zahlen will, stößt schnell an eine Grenze, die viele nicht mehr auf dem Schirm haben: Seit März 2019 ist das kostenlose Basic-Konto dauerhaft auf drei verknüpfte Geräte in der App beschränkt. Der Zugriff über den Browser bleibt zwar unbegrenzt, aber wer Handy, Laptop und einen zweiten Rechner synchron halten will, kommt am Bezahltarif nicht vorbei.
| Tarif | Preis | Speicher |
|---|---|---|
| Dropbox Basic (kostenlos) | 0 € | begrenzt, max. 3 Geräte in der App |
| Dropbox Plus | 11,99 €/Monat (Jahreszahlung) | 2 TB, erweiterbar um bis zu 32 GB per Empfehlungsprogramm |
| Dropbox Essentials (Business) | 22 €/Monat | 3 TB |
Was Selbst-Hosting wirklich kostet
Der Satz „Nextcloud ist kostenlos, Dropbox kostet Geld“ greift zu kurz. Wer selbst hostet, zahlt für die Hardware, für den Stromverbrauch im Dauerbetrieb und investiert Zeit für Updates und Backups – das ist ein echter Aufwand, auch wenn keine Rechnung ins Haus flattert. Belastbare, aktuelle Zahlen zu den Stromkosten eines Raspberry Pi 5 oder einer kleinen NAS (Network Attached Storage, ein Speichergerät fürs Netzwerk) im Dauerbetrieb bei den aktuellen deutschen Strompreisen liegen uns nicht vor – hier lohnt sich eine eigene Überschlagsrechnung aus Watt, Laufzeit und dem eigenen kWh-Preis, statt sich auf pauschale Zahlen zu verlassen. Was sich aber sagen lässt: Bei den gestiegenen Dropbox-Preisen rechnet sich eine einmalige Hardware-Anschaffung über die Zeit deutlich schneller als noch 2024.
Datenschutz: der eigentliche Unterschied
Ein hartnäckiger Irrtum hält sich: Dropbox habe europäische Server und sei damit DSGVO-technisch (Datenschutz-Grundverordnung) unproblematisch. Das stimmt nicht. Dropbox betreibt weiterhin keine nativen EU-Server, sondern stützt seine Datenübertragung auf das EU-US Data Privacy Framework beziehungsweise Standardvertragsklauseln (von der EU vorgegebene Musterverträge für solche Datentransfers). Das Data Privacy Framework gilt rechtlich als potenziell angreifbar – ähnlich wie zuvor Safe Harbor und der Privacy Shield, die beide vor Gericht kassiert wurden. Das heißt nicht, dass Dropbox aktuell illegal wäre, aber die rechtliche Grundlage ist kein erledigtes Thema, sondern ein Unsicherheitsfaktor.
Nextcloud dagegen ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Stuttgart. Die Nextcloud GmbH hat im November 2025 angekündigt, bis 2030 über 250 Millionen Euro in den Ausbau der eigenen Cloud-Souveränität (der Unabhängigkeit von großen, meist US-amerikanischen Cloud-Anbietern) zu investieren – vollständig aus eigenen Mitteln, ohne Venture Capital (Risikokapital von externen Investoren). Laut Unternehmensangaben hat sich das Kundeninteresse seit Anfang 2025 verdreifacht, der Auftragseingang wächst jährlich um 50 bis 70 Prozent, die Belegschaft soll von rund 100 auf etwa 700 Personen wachsen. Das ist ein deutlicher Wandel gegenüber dem früheren Bild von Nextcloud als reinem Nischen-Open-Source-Projekt – das Unternehmen positioniert sich zunehmend explizit als Alternative zu US-Hyperscalern (den großen Cloud-Anbietern wie Amazon oder Google) im Kontext digitaler Souveränität.
Software-Stand: Was Nextcloud 2026 kann
Am 18. Februar 2026 erschien Nextcloud Hub 26 „Winter“, laut Hersteller das größte Architektur-Update der Firmengeschichte. Die neue „ADA Engine“ schreibt zentrale Teile der Datenzugriffsschicht in den Programmiersprachen PHP, Go und Rust neu, dazu kommen serverübergreifende Nutzung von Teams, Deck und Kalender sowie Export/Import ganzer Datensätze zwischen Instanzen (einzelnen Nextcloud-Installationen). Im Juni 2026 folgte Hub 26 „Spring“ mit einer neuen Office-Option, einem leichteren UI (Benutzeroberfläche) und dem neuen Tool „Nextcloud Governance“.
Ein Nutzerkommentar von Mai 2025 bringt allerdings einen berechtigten Einwand: Durch die wachsende Zahl an Apps und Funktionen wirkt Nextcloud zunehmend „komplexer und industrieller“ – für den reinen Zweck einer Familien-Cloud kann das teils overengineered (unnötig kompliziert für den eigentlichen Zweck) wirken. Wer nur Dateien synchronisieren will, muss sich also bewusst entscheiden, ob er die zusätzlichen Funktionen überhaupt braucht.
Hardware und Installation: einfacher als der Ruf
Die Annahme, Nextcloud selbst hosten sei zwangsläufig langsam, ist veraltet. Aktuelle Quellen betonen, dass Performance-Probleme praktisch immer an der Konfiguration liegen – fehlendes OPcache/APCu (PHP-Caching-Mechanismen, die Seiten schneller ausliefern), kein System-Cron (ein vom Betriebssystem zeitgesteuerter Hintergrundjob), kein High-Performance-Backend für Dateien, eine unoptimierte Datenbank – und nicht an grundsätzlich unfähiger Hardware. Für private Nutzung reicht als Faustregel bereits ein Raspberry Pi 5 mit einer besonders schnellen NVMe-SSD (einem Solid-State-Speicherchip mit schneller NVMe-Anbindung), sofern korrekt konfiguriert. Das mitgelieferte Netzteil liefert dabei maximal 27 Watt, das ist aber der Maximalwert und kein Dauerverbrauch. Für den Dauerbetrieb empfiehlt sich ein LAN-Kabel statt WLAN.
Für etwas größere Ansprüche werden aktuell (2026) NAS-Systeme wie die Synology DS423+ oder QNAP TS-464 mit mindestens 8 GB RAM als Einstieg für Nextcloud-Workloads genannt. Wichtig dabei: Ein eigenes Docker-Compose-Setup gilt als zuverlässiger als die vorinstallierten NAS-App-Store-Pakete, die oft veraltet sind.
FREENOVE NAS Case for Raspberry Pi 5
Wer aus einem Raspberry Pi 5 eine kleine Nextcloud-NAS bauen will, bekommt hier vier M.2-NVMe-Slots plus passende Kühlung in einem Gehäuse – Pi und SSD müssen separat dazu.
Bei der Installationsmethode hat sich das Bild in den letzten zwei Jahren konsolidiert: Nextcloud AIO (All-in-One) ist mittlerweile der offizielle, von Nextcloud selbst empfohlene und aktiv gepflegte Installationsweg – ein Docker-Container, der alle nötigen Container selbst verwaltet. Ältere Anleitungen mit manueller LAMP-Stack-Installation (Linux, Apache, MySQL, PHP – die klassische Kombination zum manuellen Serverbetrieb) oder Snap-Paketen gelten für Einsteiger zunehmend als überholter Weg. Ob das Snap-Paket offiziell von Nextcloud selbst als veraltet eingestuft wurde, ließ sich nicht eindeutig klären – es wird jedenfalls weiterhin community-getragen aktualisiert, AIO bleibt aber klar der priorisierte Weg.
Wer keinen eigenen großen Speicher betreiben will oder eine Backup-Strategie sucht, kann Nextcloud zusätzlich extern anbinden, etwa über eine Hetzner Storage Box (BX11, 1 TB, ca. 3,81 Euro/Monat) via SMB (Server Message Block, ein Netzwerkprotokoll für den Dateizugriff) oder WebDAV (ein ähnliches Protokoll für Dateizugriff übers Web). Von SSHFS (Dateizugriff über eine verschlüsselte SSH-Verbindung) wird wegen fehlender Parallelzugriffe abgeraten. Wie stabil Storage-Box-Mounts als alleiniger Primärspeicher laufen, ist je nach Setup unterschiedlich – es gab Stand Dezember 2025 Berichte über Probleme bei parallelen Schreibzugriffen, das lässt sich nicht pauschal als Warnung oder Empfehlung formulieren.
Sicherheit: Updates sind Pflicht, keine Kür
2025 und 2026 gab es mehrere relevante Sicherheitslücken in Nextcloud, unter anderem eine WebAuthn-2FA-Schwachstelle (WebAuthn ist ein Standard für passwortloses Login, etwa per Fingerabdruck; 2FA steht für Zwei-Faktor-Authentifizierung), eine XSS-Lücke (Cross-Site-Scripting, eine Angriffsart über eingeschleusten Code) im PDF-Viewer (betroffen bis Version 32.0.1) und einen Symlink-Angriff (Symlink = symbolischer Link, ein Verweis auf eine andere Datei) auf temporäre Dateien, der bis zu den Versionen 29.0.13, 30.0.7 und 31.0.1 behoben wurde. Das ist kein Grund, auf Selbst-Hosting zu verzichten, unterstreicht aber, dass zeitnahe Updates keine Option, sondern Pflicht sind. Bei AIO läuft das automatisiert, bei manuellen Installationen braucht es dafür echte Admin-Disziplin.
Fazit: Für wen lohnt sich was?
Wer nur gelegentlich ein paar Dateien synchronisieren will und keine Lust auf Updates oder Hardware-Pflege hat, ist mit Dropbox trotz der Preiserhöhung weiterhin unkompliziert bedient. Wer aber ohnehin schon Hardware im Haus hat oder sich eine anschaffen will, wem Datenschutz und Unabhängigkeit von US-Rechtsrahmen wichtig sind, und wer bereit ist, sich einmal mit AIO auseinanderzusetzen, bekommt mit Nextcloud selbst hosten heute einen deutlich einfacheren Einstieg als noch vor zwei Jahren – und bei den aktuellen Dropbox-Preisen rechnet sich das über die Zeit zunehmend.