- Proxmox VE ist komplett kostenlose Open-Source-Virtualisierung (KVM + LXC) – eine Subscription brauchst du nur für das Enterprise-Repository mit Herstellersupport, nicht für den Betrieb selbst.
- Aktuell ist Proxmox VE 9.x auf Basis von Debian 13 „Trixie“, offiziell reichen 2 GB RAM und 32 GB Speicher, praxistauglich für ein Homelab mit mehreren VMs sind eher 16–32 GB RAM.
- Die Installation läuft über einen bootfähigen USB-Stick, danach verwaltest du alles über ein Web-Interface auf Port 8006.
- Für eine erste Windows-11-VM brauchst du zwingend OVMF/UEFI und ein virtuelles TPM 2.0 – das lässt sich direkt im VM-Assistenten aktivieren, ganz ohne Tricks.
Proxmox VE ist eine quelloffene Virtualisierungsplattform der österreichischen Proxmox Server Solutions GmbH. Sie kombiniert KVM (Kernel-based Virtual Machine) für vollwertige virtuelle Maschinen mit LXC (Linux Containers) für schlanke Linux-Container und läuft komplett über ein Web-Interface. Anders als bei manchen kommerziellen Hypervisoren (Programmen, die mehrere virtuelle Maschinen auf einem Rechner verwalten) gibt es keine funktional eingeschränkte „Free“-Version: Die Software steht unter der AGPLv3 (GNU Affero General Public License, eine Open-Source-Lizenz) und ist vollständig kostenlos nutzbar, auch in Produktivumgebungen. Genau das macht Proxmox VE zur Standardwahl für Homelabs.
Was ist Proxmox VE eigentlich?
Proxmox VE installierst du direkt auf die Hardware (bare metal), anschließend legst du darauf beliebig viele VMs und Container an. Aktuell ist die Version-9-Reihe, die auf Debian 13 „Trixie“ (einer Linux-Distribution) basiert. Version 9.0 erschien am 5. August 2025, Version 9.2 folgte am 21. Mai 2026 mit unter anderem Kernel 6.14, QEMU 10.x/11.0 (Quick Emulator – die Technik, die im Hintergrund die virtuellen Maschinen ausführt), LXC 6.0/7.0 und ZFS 2.3/2.4 (ein leistungsfähiges Dateisystem). Wer noch Anleitungen zu Proxmox VE 8 findet: Die basierte auf Debian 12 „Bookworm“ – für einen Neuaufbau heute ist 9.x die richtige Wahl.
Voraussetzungen: Hardware und Vorbereitung
Offiziell verlangt Proxmox VE eine 64-Bit-CPU mit Virtualisierungserweiterung (Intel VT-x oder AMD-V), 2 GB RAM und 32 GB Speicher. Diese Zahlen sind aber Minimalwerte für einen lauffähigen Host – für ein Homelab mit ein paar VMs solltest du eher mit 16–32 GB RAM planen. Setzt du auf ZFS als Dateisystem, kommt noch mehr RAM-Bedarf dazu: Als Faustregel gilt etwa 1 GB RAM pro TB genutztem ZFS-Storage für den ARC-Cache (den Zwischenspeicher im Arbeitsspeicher, den ZFS zur Beschleunigung nutzt).
| Anforderung | Offizielles Minimum | Praxistauglich im Homelab |
|---|---|---|
| RAM | 2 GB | 16–32 GB (mehr bei ZFS) |
| Speicher | 32 GB | je nach VM-Anzahl entsprechend mehr |
| CPU | 64-Bit mit VT-x/AMD-V | gleich, plus genug Kerne für mehrere gleichzeitige VMs |
Für die Installation brauchst du außerdem einen bootfähigen USB-Stick mit dem Proxmox-VE-ISO (der Abbilddatei, die du auf den Stick schreibst), den du zum Beispiel mit Rufus, balenaEtcher oder Ventoy erstellst.
Installation Schritt für Schritt
Der Installer führt dich durch die üblichen Schritte: Zielfestplatte auswählen, Zeitzone und Tastaturlayout setzen, Root-Passwort (das Passwort für den Administrator-Zugang) und E-Mail-Adresse für Benachrichtigungen vergeben, Netzwerk konfigurieren. Bei der Festplatte wählst du das Dateisystem: ext4 als einfache Standardoption, ZFS mit verschiedenen RAID-Leveln (ein Verfahren, das mehrere Festplatten zu einem Verbund zusammenschaltet, funktioniert auch ohne dedizierten Hardware-RAID-Controller, da ZFS die Laufwerke selbst verwaltet) oder btrfs, das laut Proxmox noch als experimentell gilt. Für ein einzelnes System-Laufwerk ohne besondere Redundanzanforderungen ist ext4 der unkomplizierteste Einstieg, für mehrere Platten mit Redundanz ist ZFS die gängige Wahl in der Community.
Nach dem Neustart ist der Host über das Web-Interface erreichbar: https://<server-ip>:8006. Der Login erfolgt mit dem Root-Passwort aus der Installation.
Verbreiteter Irrtum: Braucht man eine Subscription?
Nein – und das ist der häufigste Irrtum rund um Proxmox VE. Die kostenpflichtige Subscription gibt dir ausschließlich Zugriff auf das stärker getestete Enterprise-Repository (eine Softwarequelle, aus der Updates und Pakete kommen) plus Herstellersupport mit SLA (Service Level Agreement, eine vertraglich zugesicherte Reaktionszeit). Die Software selbst ist in jeder Preisstufe funktional identisch. Der bekannte „No valid subscription“-Hinweis beim Login ist rein kosmetisch, lässt sich einfach wegklicken und blockiert nichts. Für den Homelab-Gebrauch wechselst du nach der Installation üblicherweise vom vorkonfigurierten Enterprise-Repository auf das pve-no-subscription-Repository – die Pakete dort sind nicht älter, sondern lediglich weniger lange gegengetestet. Wer die aktuellen Subscription-Preise prüfen möchte, findet sie direkt bei Proxmox, da sich die Preisliste jährlich aktualisiert.
Die erste VM erstellen
Bevor du eine VM anlegst, lädst du das gewünschte Installations-ISO über den lokalen Storage ins Web-Interface hoch. Danach startest du oben rechts den VM-Assistenten (Create VM) und gehst die Reiter durch: allgemeine Angaben, das hochgeladene ISO als Installationsmedium, System-Einstellungen, Festplattengröße, CPU- und RAM-Zuteilung, Netzwerkbrücke. Nach dem Durchlauf startest du die VM und installierst das Gast-Betriebssystem wie auf echter Hardware.
Windows 11 als VM: TPM und UEFI nicht vergessen
Ältere Anleitungen empfehlen oft Umwege, um Windows 11 unter Proxmox zum Laufen zu bringen – das ist inzwischen überholt. Im Reiter „System“ des VM-Assistenten stellst du für moderne Gast-Systeme, insbesondere Windows 11, OVMF (UEFI – der moderne Nachfolger des klassischen BIOS) statt SeaBIOS ein und aktivierst ein virtuelles TPM 2.0 (Trusted Platform Module, einen Sicherheitschip). Beides ist direkt im Assistenten vorgesehen, ein „echtes“ Umgehen der Windows-11-Anforderungen ist nicht mehr nötig.
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Mit 16 GB RAM triffst du genau den Bereich, der für einen Proxmox-Host mit ein paar VMs praxistauglich ist – ein kompakter Einstieg, der laut Hersteller auch für Proxmox gedacht ist.
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Wie es nach der ersten VM weitergeht
Sobald der Host läuft, lohnt sich ein Blick auf zwei weitere Bausteine aus dem Proxmox-Umfeld. Der Proxmox Backup Server (PBS) ist ein separates, ebenfalls kostenloses Produkt für deduplizierte, verschlüsselte Backups deiner VMs und Container – dedupliziert bedeutet, dass mehrfach vorhandene Daten nur einmal gespeichert werden – aktuell in Version 4.1. Wer später mehrere Proxmox-Hosts betreibt, kann diese über den Proxmox Datacenter Manager zentral verwalten, der seit 4. Dezember 2025 in Version 1.0 verfügbar ist – für ein einzelnes Homelab-System zunächst nicht relevant, aber gut zu wissen, dass es diesen Weg gibt. In der deutschen Homelab-Community verbreitet ist außerdem das inoffizielle Community-Scripts-Projekt (vormals „tteck-Scripts“), das über Helper-Skripte die Einrichtung von Containern für Dienste wie Nextcloud, Pi-hole oder Home Assistant deutlich beschleunigt.
Ganz neu ist zudem offizieller Arm64-Support (für Prozessoren mit Arm- statt der verbreiteten x86-Architektur) für Proxmox VE, eingeführt Anfang August 2026. Das richtet sich vor allem an Enterprise-Hardware und läuft dort mit vollem Support, auf sonstiger UEFI-fähiger Arm-Hardware als „Best-Effort“ (ohne Support-Garantie). Für den klassischen x86-Mini-PC im Homelab ändert sich dadurch erstmal nichts, aber gut zu wissen, dass Proxmox nicht mehr rein auf x86-64 beschränkt ist.